Da ich beruflich stark mit der Augenoptik-Branche vernetzt bin, konnte ich im Vorfeld im besten Sinne „Expertisen-Hopping" betreiben. Von klassischen Multifokallinsen wurde mir aufgrund potenzieller Kompromisse beim Sehkomfort (wie Kontrastverlust oder Blendungen bei Nacht) abgeraten, auch wenn moderne Trifokallinsen hier laufend Fortschritte machen.
Es blieb das Duell: Monofokallinse versus EDoF-Linse.
Die Präferenz des Augenarztes: Der Operateur riet mir zur klassischen Monofokallinse, eingestellt auf die Ferne. Seine Begründung: Hier erziele ich die höchste optische Abbildungsqualität und Kontrastschärfe ohne optische Nebenwirkungen. Da ich ohnehin mein Leben lang an das Tragen einer Brille (früher wegen Kurzsichtigkeit, später Gleitsicht) gewöhnt war, war es für mich kein Problem, auch nach der OP für bestimmte Distanzen eine maßgeschneiderte Brille zu nutzen.
Die Perspektive der Optometrie: Einige Kollegen aus der Optik empfahlen die EDoF-Linse, da sie im Alltag mehr Flexibilität im Zwischenbereich (z. B. beim Blick auf das Dashboard im Auto oder den PC-Monitor) bietet. Ein sehr erfahrener Optometrist gab mir einen sehr interessanten und entscheidenden Impuls für meine finale Entscheidung: „Wenn du eine EDoF-Linse wählst und mit den optischen Kompromissen oder Nebeneffekten unzufrieden bist, können wir diese mit einer Brille später kaum noch ausgleichen. Bei einer Monofokallinse hingegen können wir im Nachgang mittels einer exakt abgestimmten Gleitsichtbrille den perfekten, gewohnten Sehkomfort für alle Lebenslagen aufbauen."
Meine Entscheidung fiel daher auf die Monofokallinse, abgestimmt auf maximale Schärfe in der Ferne. Als ehemals Kurzsichtige musste ich mich im Alltag zwar umstellen, denn das Kleingedruckte auf dem Smartphone oder das Datum auf der Armbanduhr erfordern nun eine Lesehilfe. Aber die optische Brillanz in der Ferne ist phänomenal.