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Makuladegeneration (AMD)

Trockene und feuchte Form, Symptome und der richtige erste Weg
Verfasst von Susanne Richter, Gründerin von Optikersuche-Ratgeber, auf Grundlage von Fachliteratur, Leitlinien und dem Austausch mit Augenoptikern, Augenärzten und Dozenten aus den Bereichen Wissenschaft und Lehre.
Eine Makuladegeneration (AMD) betrifft die Makula, den zentralen Teil der Netzhaut, der für scharfes Sehen zuständig ist. Wer daran erkrankt, verliert vor allem die Fähigkeit, Details in der Bildmitte zu erkennen. Es gibt zwei Verlaufsformen mit sehr unterschiedlicher Dringlichkeit: die häufigere, meist langsame trockene AMD und die seltenere, aber deutlich schneller fortschreitende feuchte AMD. Beide erfordern unterschiedliche nächste Schritte, deshalb lohnt sich eine klare Unterscheidung.
Inhalt:
- Was die Makula tut und warum ihr Ausfall so viel verändert - Trockene AMD: die häufigere, meist langsame Verlaufsform - Feuchte AMD: seltener, aber deutlich dringlicher - Ein Praxisbeispiel - Warum „der Augenarzt kann nichts mehr tun" nicht das Ende bedeutet - Was das Fortschreiten zusätzlich beeinflusst - Wann ein Augenarztbesuch dringend ist - Was der Augenoptiker beitragen kann, wenn die Augenärztin austherapiert hat - Kurz gefasst - Häufige Fragen

Was die Makula tut und warum ihr Ausfall so viel verändert

Die Makula ist der Bereich der Netzhaut, der für scharfes Sehen verantwortlich ist. Sie wird beim Lesen, beim Erkennen von Gesichtern, beim Autofahren und bei jedem Blick auf Details gebraucht. Ist sie geschädigt infolge nicht mehr funktionierende oder sogar zerstörte Fotorezptoren, durch die Dinge im Blickfeld verzerrt dargestellt werden oder/ und ein Fleck im Gesichtsfeld entsteht.
Querschnittdarstellung zur Makuladegeneration. KI-generiert mit Canva
Diese grafische Darstellung wurde mit Hilfe von KI erstellt
Der Rand des Gesichtsfelds bleibt dabei meist erhalten. Die Orientierung im Raum ist deshalb oft noch möglich, doch Gesichter, Texte oder Straßenschilder lassen sich nicht mehr erkennen. Für Außenstehende ist das schwer nachvollziehbar. Wer betroffen ist, fixiert einen Gegenstand und sieht dort trotzdem nichts. Das Gehirn kann fehlende Bildinformationen anfangs täuschend gut ausgleichen. Dadurch fällt die tatsächliche Schwere der Einschränkung oft erst spät auf.

Trockene AMD: die häufigere, meist langsame Verlaufsform

Die trockene AMD ist die häufigere Form der Erkrankung und entwickelt sich meist über Jahre. Sie entsteht durch allmähliche Veränderungen des retinalen Pigmentepithels, einer Zellschicht unter der Netzhaut, und durch die Ansammlung von Drusen, kleinen gelben Ablagerungen. Typische Anzeichen sind ein allmähliches Unschärferwerden, eine verminderte Kontrastempfindlichkeit und Schwierigkeiten, sich an schwaches Licht anzupassen.
Viele Betroffene brauchen zum Lesen zunehmend helleres Licht. In fortgeschrittenen Stadien kommt es zu einer geografischen Atrophie: Netzhautzellen bauen dabei allmählich ab, zentrale Details gehen verloren. Der Verlauf ist meist langsam. Trotzdem lohnt sich eine routinemäßige augenärztliche Kontrolle, weil sich eine trockene AMD auch in eine feuchte AMD umwandeln kann.

Feuchte AMD: seltener, aber deutlich dringlicher

Die feuchte AMD, auch neovaskuläre AMD genannt, ist seltener als die trockene Form. Sie verläuft aber deutlich schneller und gilt als dringender. Sie entsteht, wenn abnormale Blutgefäße unter oder innerhalb der Netzhaut wachsen und Flüssigkeit, Fett oder Blut austreten lassen. Das schädigt die Makula rascher als bei der trockenen Form.
Warnzeichen sind plötzliche neue Verzerrungen wie gewellte, eigentlich gerade Linien, ein dunkler oder grauer Fleck im zentralen Sichtfeld, ein deutlicher Rückgang der Lese- oder Gesichtserkennungsfähigkeit sowie neue Schwierigkeiten, mit einem einzelnen Auge Details zu erkennen. Unbehandelt kann der Sehverlust hier innerhalb kurzer Zeit auftreten.
Bildhafte Darstellung für verzerrtes Sehen bei Makuladegeneration
Diese Darstellung wurde mit Hilfe von KI erstellt
Die ärztliche Standardbehandlung sind Anti-VEGF-Injektionen, also Spritzen direkt ins Auge, die das Wachstum der krankhaften Blutgefäße bremsen. Sie haben die Versorgung deutlich verbessert und helfen vielen Patientinnen und Patienten, das Fortschreiten unter Kontrolle zu bringen.

Ein Praxisbeispiel

Eine 68-jährige Frau bemerkt beim Zeitunglesen zunehmend, dass gerade Linien in der Mitte der Seite leicht gewellt erscheinen. Zunächst hält sie es für Ermüdung. Als die Verzerrung auch beim Blick auf Türrahmen auffällt, sucht sie ihre Augenärztin auf. Die Untersuchung zeigt eine feuchte Makuladegeneration auf einem Auge.
Die Augenärztin beginnt umgehend mit Anti-VEGF-Injektionen, um das Fortschreiten zu bremsen. Nach einigen Monaten tritt eine gewissen Stabilisierung ein, die zentrale Sehschärfe bleibt aber eingeschränkt. Auf Empfehlung der Ärztin sucht die Frau anschließend einen spezialisierten Augenoptiker auf, um sich über die für sie passenden augenoptischen Möglichkeiten beraten zu lassen und Entscheidungen für eine bessere Sehqualität treffen zu können.

Warum „der Augenarzt kann nichts mehr tun" nicht das Ende bedeutet

Die Aussage „der Augenarzt kann nichts mehr tun" bezieht sich in der Regel nur auf die medizinische Heilung oder den Stopp des Krankheitsverlaufs, nicht auf die Lebensqualität danach. Viele Betroffene resignieren an dieser Stelle unnötig, weil sie glauben, es gebe keine weitere Hilfe mehr.
Dabei kann eine spezialisierte optometrische Versorgung die Selbstständigkeit und die Lebensqualität erheblich verbessern, auch wenn sich die medizinische Heilung nicht mehr ändert oder der Stopp des Krankheitsverlaufs nicht gegeben ist. Der Unterschied liegt in der Aufgabe: Der Augenarzt behandelt die Erkrankung selbst. Ein spezialisierter Augenoptiker hilft dabei, mit dem verbliebenen Sehvermögen wieder besser zurechtzukommen. Beide Rollen folgen aufeinander.

Was das Fortschreiten zusätzlich beeinflusst

Mehrere Faktoren beeinflussen, wie schnell eine Makuladegeneration fortschreitet. Einige davon lassen sich beeinflussen. Rauchen gilt als einer der stärksten vermeidbaren Risikofaktoren. Auch das persönliche kardiovaskuläre Risiko wirkt sich aus, etwa durch Bluthochdruck oder hohe Cholesterinwerte. Eine ausgewogene Ernährung zählt ebenfalls dazu.
Teller mit viel gesunden Lebensmitteln als Maßnahme, die man selbst treffen kann, um Makuladegeneration vorzubeugen.
Dieses Bild wurde mit Hilfe von KI erstellt
Bei geeigneten Patientinnen und Patienten kann der Augenarzt auch eine bestimmte Kombination aus Vitaminen und Mineralstoffen empfehlen. Diese spezielle Mischung heißt AREDS2. Regelmäßige, erweiterte augenärztliche Untersuchungen mit geweiteter Pupille gehören ebenso dazu wie eine aufmerksame Beobachtung des eigenen Sehens im Alltag. Wer Veränderungen frühzeitig bemerkt, kann schneller reagieren.

Wann ein Augenarztbesuch dringend ist

Ein Augenarztbesuch ist dringend, sobald sich das zentrale Sehen plötzlich verändert, etwa durch eine neue Verzerrung oder einen neuen Fleck im Blickfeld. Das gilt unabhängig davon, ob bereits eine AMD bekannt ist. Bei der feuchten Form zählt dabei besonders die Zeit: Eine frühzeitig begonnene Behandlung kann das Fortschreiten oft besser aufhalten als eine spät begonnene. Im Zweifel gilt der kürzere Weg zum Augenarzt als der richtige.

Was der Augenoptiker beitragen kann, wenn der Augenarzt austherapiert hat

Sobald die medizinische Behandlung abgeschlossen oder der Stabilität gegeben ist, kann ein spezialisierter Augenoptiker mit der praktischen Versorgung beginnen. Diese sogenannte Low-Vision-Beratung nutzt die verbliebene Sehleistung so gut wie möglich, statt sie zu ersetzen.
Eine ausführliche Erstberatung dauert erfahrungsgemäß 60 bis 120 Minuten. Sie beginnt mit einer genauen Anamnese: Welche Aufgaben im Alltag sind wichtig, welche Hilfsmittel wurden bereits genutzt, wo liegen die größten Schwierigkeiten? Ein zentraler Baustein ist die exzentrische Fixation, bei der gezielt noch intakte Netzhautbereiche neben dem blinden Fleck genutzt werden. Verschiedene Hilfsmittel werden dabei in einer Messbrille direkt ausprobiert.
Wie genau diese Beratung abläuft, erklärt der Übersichtsartikel zur Low-Vision-Beratung. Welche konkreten Hilfsmittel es im Einzelnen gibt, erklären weitere, eigene Beiträge zu diesem Thema.

Kurz gefasst

Eine Makuladegeneration (AMD) schädigt die Makula, den Bereich der Netzhaut für scharfes Sehen, und zeigt sich meist als dunkler Fleck oder Wellenlinie in der Bildmitte, während der Rand des Gesichtsfelds erhalten bleibt. Es gibt zwei Verlaufsformen: die häufigere, meist langsame trockene AMD, erkennbar an Drusen und allmählicher Kontrastverschlechterung, und die seltenere, aber deutlich dringlichere feuchte AMD mit plötzlichen Verzerrungen, behandelt mit Anti-VEGF-Injektionen.
Jede neue Verzerrung oder ein neuer dunkler Fleck sollte umgehend augenärztlich abgeklärt werden. Die Aussage, der Augenarzt könne nichts mehr tun, bezieht sich meist nur auf die medizinische Heilung. Ist eine Stabilisierung eingtreten, kann ein spezialisierter Augenoptiker mit einer Low-Vision-Beratung helfen, die verbliebene Sehleistung im Alltag besser zu nutzen.

Fragen & Antworten

Was ist der Unterschied zwischen trockener und feuchter Makuladegeneration?
Welche Warnzeichen sollten sofort augenärztlich abgeklärt werden?
Kann ein Augenoptiker eine Makuladegeneration feststellen oder behandeln?
Was bedeutet es, wenn der Augenarzt sagt, er könne nichts mehr tun?
Was ist eine Anti-VEGF-Injektion?
Lässt sich das Fortschreiten einer Makuladegeneration beeinflussen?
Erfahren Sie, welche Optiker moderne Augenuntersuchungen anbieten – und wie Sie den passenden Experten in Ihrer Nähe finden.
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Optikersuche-Ratgeber hilft Menschen mit Sehproblemen dabei, moderne Augenoptik zu verstehen, informierte Entscheidungen zu treffen und qualitätsorientierte Augenoptiker ihres Vertrauens zu finden.
Wichtiger Hinweis (Medizinischer Disclaimer): Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der Aufklärung und allgemeinen Information. Ein optometrisches Screening ist eine physikalisch-technische Funktionsprüfung und stellt keine medizinische Diagnose oder Therapie dar. Bei akuten Beschwerden, Schmerzen oder plötzlichem Sehverlust wenden Sie sich bitte sofort an einen Augenarzt oder den medizinischen Notdienst.
Quelle: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA), „Leitlinie Nr. 21: Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)", Stand 11.12.2023
Porträt von Susanne Richter
Susanne Richter
Susanne Richter ist Gründerin der Online-Plattform Optikersuche-Ratgeber. Als langjährige Online-Marketerin hat sie zahlreiche Augenoptiker beraten und dabei erlebt, dass sich die Branche der Augenoptiker in einem Wandel vom rein handwerklich geprägten Beruf zu Gesundheitsdienstleistern befindet. Der damit verbundene gewaltige Qualitätssprung als echter Mehrwert für Optiker-Kunden ist vielen Menschen noch gar nicht bewusst. Qualifizierten Augenoptikern fällt es zudem schwer, ihre eigenständigen optometrischen Screening-Leistungen sichtbar zu machen. Mit Optikersuche-Ratgeber sollen Menschen erfahren, wie wertvoll moderne Augenoptik mit optometrischem Schwerpunkt ist, und auch den Weg aufgezeigt bekommen, den passenden, inhabergeführten Augenoptiker in ihrer Nähe zu finden.