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Kurzsichtigkeit ist mehr als eine Zahl auf dem Brillenpass

Gastartikel
Gastbeitrag von Hannes Ebner, Optometrist (HWK)
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Gastautor: Hannes Ebner, Optometrist (HWK)
Wenn ein Kind von Jahr zu Jahr stärker myop wird, schauen wir häufig zuerst auf die Veränderung der Refraktion. Zum Beispiel: −1,50 dpt → −2,25 dpt → −3,00 dpt. Aber was passiert eigentlich im Auge?

Warum die Axiallänge interessant wird

Genau hier wird die Axiallänge interessant. Denn bei der kindlichen Myopie ist die zunehmende Achsenlänge des Auges ein zentraler Faktor. Die Refraktion zeigt uns, wie stark die Brechkraft verändert ist, die Axiallänge zeigt uns, wie sich das Auge strukturell entwickelt.
Und genau deshalb halte ich die regelmäßige Messung der Axiallänge für einen wichtigen Bestandteil eines zeitgemäßen Myopie-Managements. Entscheidend ist dabei nicht das Messgerät oder der Hersteller, sondern die Möglichkeit, die Axiallänge objektiv zu erfassen und im Verlauf zu vergleichen.
Denn 0,1 mm sind bei der Axiallänge nicht einfach „nur eine kleine Zahl": Ein Millimeter zu langes Wachstum entspricht etwa −2,70 Dioptrien.
Darstellung der Axiallänge des Auges bei Kindern - Risiko - KI generiert

Wachstum ist nicht gleich Fortschreiten

Über mehrere Messungen lässt sich erkennen, ob sich das Auge weiter verlängert und wie sich die individuelle Wachstumskurve entwickelt.
Dabei sollte man allerdings nicht den Fehler machen, jede Zunahme der Axiallänge automatisch als pathologische, also krankhafte, Myopieprogression zu interpretieren. Kinderaugen wachsen physiologisch, und dieses Wachstum ist altersabhängig.
Deshalb ist die Kombination entscheidend: Refraktion, Axiallänge, Alter, Verlauf und Risikoprofil zusammen.

Der bessere Verlaufsparameter

Gerade bei der Beurteilung einer Myopiekontrolle ist die Axiallänge besonders wertvoll. Aktuelle Konsensus-Empfehlungen sehen sie als einen zuverlässigeren Verlaufsparameter als die Refraktion allein.
Für mich bedeutet modernes Myopie-Management deshalb nicht: „Wie viele Dioptrien hat das Kind?" Sondern vielmehr: „Wie entwickelt sich dieses Auge?" Und genau dafür brauchen wir objektive Verlaufsdaten.
Mehr zu den Hintergründen und den Behandlungsansätzen beim Myopie-Management erklärt der Übersichtsartikel.
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Wichtiger Hinweis (Medizinischer Disclaimer): Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der Aufklärung und allgemeinen Information. Ein optometrisches Screening ist eine physikalisch-technische Funktionsprüfung und stellt keine medizinische Diagnose oder Therapie dar. Bei akuten Beschwerden, Schmerzen oder plötzlichem Sehverlust wenden Sie sich bitte sofort an einen Augenarzt oder den medizinischen Notdienst.